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Dokumentensaal
Der neue Dokumentensaal wurde am 25. Oktober 2004 eingeweiht und eröffnete, zusätzlich zur ursprünglichen Zielrichtung der Stiftung, eine neue Dimension: den literarisch-dokumentarischen Arbeitsbereich an sich. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Palau-Stiftung ihre Ausstellungen auf den Sektor der bildenden Künste konzentriert.
Das Angebot des Dokumentenraums ist sehr vielfältig: Der Bestand an Dokumenten ist reich und vereinfachend lässt sich sagen, er umfasst Manuskripte von wichtigen Persönlichkeiten, Bücher mit Widmungen, Erstausgaben, Postkarten, Fotografien, Zeichnungen u.v.m.
Die Gesamtheit der Bestände kann in zwei Hauptbereiche unterteilt werden: der erste Teil umfasst die Dokumente im Umfeld der katalanischen Literatur; hier finden sich Namen wie Foix, Carner, Ventura Gassol, Verdaguer, Eugeni d’Ors und andere. Den zweiten Bereich bilden international bekannte Künstler wie Picasso, Artaud, Lorca etc.
Das möglicherweise wichtigste Dokument dieser Abteilung ist ein handgeschriebener Brief, den Picasso seinem Kollegen Joaquim Bas von der La Llotja-Kunstschule in Barcelona aus Madrid sandte und in dem er ausführlich über El Greco und Velázquez schreibt. In diesem Text aus dem Jahr 1897 enthüllt der sechzehnjährige Picasso – möglicherweise klarer als jemals später – seine persönlichen Ansichten über die großen Meister und lässt sich gleichzeitig über sehr profane Themen aus, wie die Schönheit der jungen Mädchen von Madrid.
Palau i Fabre war sich der großen Bedeutung dieses Briefes für die Picasso-Studien bewusst und erwarb ihn unter erheblichen Anstrengungen.
Neben diesem Dokument finden wir Zeichnungen von Picasso, in welchen er Palau das Innere seines Pariser Studios – des berühmten Bateau Lavoir – illustriert. Weiterhin gibt es die einmalige Reproduktion einer Lithografie zu sehen, in der Picasso für ein Medikament (Lecitina Agell) wirbt. Picasso in der Werbung ist ein sehr ungewöhnliches Bild, das sich aber aus der Notwendigkeit zur Sicherung seines Lebensunterhalts zu Beginn des Jahrhunderts erklärt.

